Andreas Grün

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Andreas Grün

wurde 1960 in Pforzheim geboren. Während seiner Schulzeit erhielt er Gitarren-, Klavier- und Orgelunterricht – von Anfang an verbunden mit eigenen Kompositionsversuchen.

Er studierte zunächst Schulmusik und Musikwissenschaft in Karlsruhe. Prägende Lehrer waren Wilhelm Bruck (Gitarre), Jürgen Hübscher (Laute), Herbert Seidemann (Klavier), Martin Schmidt (Dirigieren), Rudolf Kelterborn (Musiktheorie) und Ulrich Michels (Musikgeschichte). Daneben nahm er an zahlreichen Gitarrenkursen teil und erhielt privaten Gitarrenunterricht von Hans-Michael Koch (Hannover). Anschließend besuchte Grün als Stipendiat der Accademia Chigiana in Siena die Meisterklasse von Oscar Ghiglia und beendete seine akademische Ausbildung als Gitarrist mit einem Stipendium des DAAD in Wien bei Konrad Ragoßnig.

Ein Kompositionsstudium bei Wolfgang Rihm führte ihn dann zurück nach Karlsruhe. Abschließend studierte er noch ein Jahr lang Komposition bei seinem früheren Lehrer Rudolf Kelterborn in Basel.

Damit schienen die Lehrjahre beendet zu sein. 2008–09 bekam Grün dann allerdings noch einmal entscheidende Impulse von dem bedeutenden, damals bereits über 80-jährigen holländischen Musikerphysiotherapeuten Gerrit van de Klashorst, der ihm ein vertieftes, in einigen Punkten grundlegend von traditionellen Lehrmeinungen abweichendes Verständnis von Spieltechnik vermittelte.

Andreas Grün konzertiert als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter im In- und Ausland. Dabei umspannt sein Repertoire alle Epochen von den Meisterwerken der Renaissance bis zu den allerjüngsten Schöpfungen der Gegenwart, von denen er etliche uraufgeführt hat. Er spielte mit diversen Orchestern, wirkte bei internationalen Festivals mit und hat zahlreiche Solo- und Ensemblewerke für den Rundfunk sowie auf Tonträger aufgenommen. – Beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Schweinfurt erreichte er 2001 als einziger deutscher Teilnehmer die Finalrunde und erlangte zusammen mit seinen damaligen Partnern, dem Čiurlionis-Streichquartett aus Vilnius, den zweiten Preis, die höchste Auszeichnung, die an ein Ensemble mit Gitarre vergeben wurde. – 2016 spielte er die posthume Uraufführung des zuvor von ihm entdeckten frühesten Gitarrenwerks aus der Feder Hans Werner Henzes, dessen Musik zum Rundfunkroman Der sechste Gesang.

Nach einem vorübergehenden Lehrauftrag für Gitarre an der Musikhochschule Karlsruhe unterrichtete Grün 2003–12 an der Musikhochschule Mannheim (Gitarrenkurs für Schulmusiker). Seit 2006 ist er Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Trossingen (Hauptfach Gitarre sowie Kurs „Neue Musik für Gitarre“), deren regelmäßige „Tage der Neuen Gitarrenmusik“ er organisiert. Daneben gibt Andreas Grün Privatunterricht in Karlsruhe (von Anfängerunterricht über Vorbereitung auf Aufnahmeprüfungen bis zur berufsbegleitenden Fortbildung von Gitarrenlehrern) sowie Workshops und Meisterkurse im In- und Ausland. Besondere Schwerpunkte seines Unterrichts sind musikalische Interpretation im Spannungsfeld von kompositorischem und historischem Verständnis und individuellem Ausdruckswillen sowie eine physiologisch sinnvolle Spieltechnik (Vermeiden oder notfalls auch Überwinden von Fehlhaltungen und Spielstörungen). – Etliche seiner ehemaligen Schüler und Studenten sind inzwischen erfolgreiche Musiker, Wettbewerbspreisträger oder unterrichten bereits selbst im Hochschulbereich.

Das kompositorische Schaffen von Andreas Grün umfasst zahlreiche Solowerke für verschiedenste Instrumente, Vokal- und Kammermusik sowie Chor- und Orchesterwerke.

Grün ist Herausgeber und Bearbeiter renommierter Verlage wie Zimmermann, Vogt & Fritz, Sikorski und Universal Edition. – Für die Musikzeitschriften Gitarre & Laute, Il fronimo (Italien), Concertino, Gitarre aktuell, Gama (Litauen) und für die Neue Musikzeitung hat er Artikel und Essays über verschiedene gitarristische Themen verfasst, wobei insbesondere seine jüngsten Veröffentlichungen über Gitarrentechnik sowie über die von ihm wiederentdeckte früheste Gitarrenmusik Hans Werner Henzes internationale Beachtung fanden. Andreas Grün wird regelmäßig eingeladen, Vorträge über seine Spezialgebiete zu halten.

 


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