Andreas Grün

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Andreas Grün

wurde am 4.8.1960 in Pforzheim geboren. Während seiner Schulzeit erhielt er Gitarren-, Klavier und Orgelunterricht – von Anfang an verbunden mit eigenen Kompositionsversuchen.

1980-86 studierte er Schulmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe sowie Musikwissenschaft an der Universität Karlsruhe. Prägende Lehrer waren für ihn unter anderem Wilhelm Bruck (Gitarre), Jürgen Hübscher (Laute), Herbert Seidemann (Klavier), Martin Schmidt (Dirigieren), Rudolf Kelterborn (Musiktheorie) und Ulrich Michels (Musikgeschichte). Daneben besuchte Andreas Grün zahlreiche Gitarrenkurse (u. a. bei Olaf Van Gonnissen und Michael Teuchert, Hubert Käppel, Vladimir Mikulka und Manuel Barrueco) und nahm eine Zeit lang privaten Gitarrenunterricht bei Hans-Michael Koch (Hannover).

Anschließend besuchte Grün als Stipendiat der Accademia Chigiana in Siena die Gitarren-Meisterklasse von Oscar Ghiglia und beendete seine Ausbildung als Gitarrist mit einem durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ermöglichten zweijährigen Studium in Wien bei Konrad Ragoßnig.

Das Kompositionsstudium bei Wolfgang Rihm (1988-92) führte ihn dann zurück nach Karlsruhe. Obwohl Grün ebenso wie als Gitarrist auch als Komponist schon frühzeitig seinen eigenen musikalischen Standpunkt entwickelt hatte, begab er sich nun wieder in ein Spannungsfeld verschiedener Lehrmeinungen und belegte unter anderem auch Seminare bei so widersprüchlichen Lehrern wie Mathias Spahlinger, Frederic Rzewski oder Walter Zimmermann, besuchte einen Kompositions-Meisterkurs bei dem inzwischen verstorbenen Moskauer Komponisten Edison Denissow und studierte abschließend noch ein Jahr lang bei seinem früheren Lehrer Rudolf Kelterborn in Basel.

Seit 1979 tritt Andreas Grün als Gitarrist auf und gibt als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter zahlreiche Konzerte im In- und Ausland. Er wirkte bei internationalen Festivals mit und hat zahlreiche Solo- und Ensemblewerke für den Rundfunk sowie auf LP bzw. CD aufgenommen. Dabei umspannt sein Repertoire alle Epochen von den Meisterwerken der Renaissance bis zu den allerjüngsten Schöpfungen der Gegenwart, von denen er etliche uraufgeführt hat. – Seine Partner in früheren Jahren waren vor allem die Flötistin Michaela Papenberg und die Geigerin Ulrike Xander; später dann die Flötisten Frank Michael und Carsten Hustedt, die Sopranistin Rita Balta, die Pianistin Annemi Egri und die Cellistin Annerose Mai. Grün gründete verschiedene Kammermusikgruppen, wie das „Kreutzer-Trio“ (Flöte, Violine, Gitarre; 1988-93) oder das „Keturi-Gitarrenquartett“ und wird von verschiedenen Ensembles als zuverlässiger Mitspieler immer wieder zu Konzerten eingeladen, so musiziert er beispielsweise seit 1985 regelmäßig mit der „Camerata Instrumentale Freiburg“. Darüber hinaus konzertiert Grün in den letzten Jahren auch häufiger als Solist mit diversen Orchestern, wobei sich vor allem mit dem St.-Christophorus-Orchester aus Vilnius (Wilna) eine kontinuierliche Zusammenarbeit entwickelt hat. 1999-2004 gehörte auch das litauische M.K.Čiurlionis-Streichquartett zu Grüns festen musikalischen Partnern. Das hohe Niveau des so entstandenen Quintetts wurde 2001 beim Internationalen Kammermusikwettbewerb Schweinfurt durch die Verleihung des zweiten Preises bestätigt – die höchste Auszeichnung, die an ein Ensemble mit Gitarre vergeben wurde.

Auch als Pädagoge ist Grün in vielen Bereichen aktiv. 1989 unterrichtete er die Gitarrenklasse der Musikhochschule Karlsruhe, 1992-95 leitete er die „Kammermusik-Werkstatt Blonay“ in der Schweiz. Mit Unterstützung des Deutschen Musikrates gab er mehrere Jahre lang Meisterkurse in Litauen und Weißrussland. Seit 2003 ist Grün Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Mannheim (Gitarrenkurs für Schulmusiker) und seit dem Sommersemester 2006 auch an der Musikhochschule Trossingen (Hauptfach Gitarre sowie Kurs „Neue Musik für Gitarre“). – Etliche seiner ehemaligen Schüler und Studenten sind inzwischen erfolgreiche Musiker, Wettbewerbspreisträger oder unterrichten bereits selbst im Hochschulbereich.

Das kompositorische Schaffen von Andreas Grün umfasst Solowerke für verschiedenste Instrumente, Lieder, Kammermusik, Chor- und Orchesterwerke und auch Musik für Tonband. Regelmäßig gelangen seine Kompositionen in mehreren europäischen Ländern zur Aufführung und werden auch vom Rundfunk gesendet.

Grün hat musikwissenschaftliche und -theoretische Artikel und Essays für die Fachzeitschrift Gitarre & Laute und das litauische Musikjournal Gama sowie für den Rundfunk verfasst, sein Text über Charles Baron d'Aichelbourg erschien in den Zeitschriften Concertino und Il fronimo (Italien). Außerdem ist er als Herausgeber und Bearbeiter für verschiedene renommierte Verlage wie Zimmermann (Frankfurt/M.), Vogt & Fritz (Schweinfurt), Sikorski (Hamburg) und die Universal Edition (Wien) tätig, wobei ein Schwerpunkt seiner Arbeit die Wiederveröffentlichung von vergessenen Werken der klassisch-romantischen Epoche ist, die er selbst in alten Bibliotheksbeständen aufgespürt hat.

 


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